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Mein Anspruch an meine Erzählungen

Spannend müssen sie sein und ans Herz gehen. Gewalt wird darin vorkommen, aber auch die Erotik darf nicht zu kurz kommen. Die Geschichte muss wahrscheinlich bleiben und sich im besten Fall in das Weltgeschehen einfügen. So bunt wie das Leben selbst und so triste wie der Krieg und das Elend, das sind Erzählungen nach meinem Herzen.

Doch zu einer guten Geschichte gehören nicht nur Schicksale und Begebenheiten. Sie sollte uns auch Abhängigkeiten aufzeigen und uns neue Einsichten gewinnen lassen. Lesen bildet. Diese Weisheit muss auch für spannend erzählte Romane gelten.

Und nicht zuletzt will ich die Menschen lieben können, die in meinen Erzählungen auftauchen, mit ihnen hoffen und bangen, weinen und lachen ... und weil ich ihre Zukunft selber noch nicht kenne, warte ich gespannt auf die weitere Entwicklung ihrer Lebensgeschichte.

Die Umsetzung meines Anspruchs

Nur zu gerne nehme ich Aktualitäten auf und füge meine Geschichten in sie hinein, verknüpfe die Wirklichkeit mit meiner Fiction und erschaffe so eine neue Realität, die immer möglich bleibt, auch wenn sie kaum wahr sein dürfte. Wenn also 2014 in Deutschland, den Niederlanden und in Grossbritannien die Vogelgrippe nach Jahren wieder auftaucht und Russland gleichzeitig die Ukraine bedroht, dann sind zumindest die Leser meines Romans "Moskau und zurück" aus dem Jahr 2008 nicht wirklich erstaunt. 😉

Ja, ich weiss, in meinen Romanen wird Gewalt oft sehr drastisch und mit vielen Details beschrieben. Das wirkt auf die meisten Leser erschreckend brutal und abstossend. Doch es ist das einzige Mittel, um Gewalt niemals zu verniedlichen, um sie niemals zu akzeptieren. Ähnliches gilt für die erotischen Szenen, die mancher Leser wohl als höchst anrüchig bezeichnen wird. Doch auch sie erfüllen ihren Zweck, lassen Bilder in unserem Kopf entstehen, die positiv oder negativ sein können, denn das liegt einzig im Auge des Betrachters.

Jeden Roman widme ich mindestens einem Sachthema. Mit Erdöl und seinem Transport fing es an, Finanzkrise, Projektleitung, Staat, Religion, Kultur, Gerechtigkeit, Stolz und Ehre folgten. Roman neun und zehn haben das Verzeihen und das Bestrafen zum Thema. Zu jedem Sachthema verfasse ich vorgängig einen Essay, den ich "Lied" nenne, auch wenn sich sein Inhalt nicht reimt und auch nichts mit Salomons "Hoheslied" aus dem Alten Testament zu tun hat. Die "Lieder" enthalten meine persönlichen Ansichten, sollen anregen und neue Einblicke und Betrachtungsweisen vermitteln. Der Essay ist jedem Roman als Schlusskapitel angefügt.

Dutzende von amerikanischen Sitcoms können nicht irren: Die Familie ist der ideale Ort für Fortsetzungsgeschichten. So raufen sich auch bei mir im ersten Roman drei Individuen zu einer Patchwork-Familie zusammen, die meine Protagonisten liebevoll als "Flickenteppich" bezeichnen. Freude und Tragik dürfen darin nicht fehlen, denn jede Beziehung unterliegt einem Auf und Ab, leidet unter Gewöhnung, wird von Aussen, wie auch von Innen immer wieder auf die Probe gestellt. Und so begleiten wir die Familie Lederer und ihren Freundeskreis auf ihrem nicht ganz einfachen Lebensweg von Roman zu Roman.

Fragen und Antworten

Kendran Brooks, ein aussergewöhnlicher Vorname? Ja, denn es gibt diesen männlichen Vornamen eigentlich gar nicht. Ich hab ihn abgeleitet vom weiblichen Kendra, was die Prophetin (keltisch), die Weise (altenglisch) oder die königliche Anführerin (schottisch) bedeutet.

Ein Pseudonym? Richtig.

Und warum? Mein eigener Name liest sich auf Buchrücken schlecht. (lacht) Doch in erster Linie will ich ohne Beeinflussung von Aussen und in Ruhe schreiben können, verzichte auch gerne auf Shitstorms von Leuten, die sich von gewissen Episoden oder Fiktionen auf ihren ganz persönlichen Schlips getreten fühlen.

Wo schreibst du am Liebsten? Romane auf Raststätten an der Autobahn und in McDonald's Restaurants, Kurzgeschichten während Flugreisen oder auf Parkbänken. Ich brauche eine gewisse Unruhe, um mich voll konzentrieren zu können. Zu Hause arbeite ich wenig, recherchiere im Internet und in Lexika für meine Romane, lese Hintergrundmaterial. Am heimischen Pult erledige ich die Geschäftskorrespondenz und füll die Steuererklärung aus. Dafür braucht's nicht viel Gehirnschmalz.

Wie kommst du zu deinen Geschichten? Wie die Jungfrau zum Kind, nämlich wenig geplant und mit geringem eigenen Zutun. Es passiert auf der Welt ständig so viel, dass man im Grunde genommen bloss zugreifen muss. Hinzu kommt mein Bedürfnis, Sachthemen, die mich gerade beschäftigen, tiefer zu analysieren und sie im jeweils nächsten Abenteuer zu verarbeiten.

Planst du die Romane weit im Voraus? Nein. Und auch ein bisschen Ja. Denn als ich in "Justice justified" über den Staat schrieb, war mir klar, dass ich in den Folgeromanen die Themen Religion und Kultur aufgreifen werde. Doch ich geh jede neue Erzählung erst dann an, wenn die letzte abgeschlossen ist. Themen oder auch nur Einfälle auf Zettelchen oder in Listen zu sammeln, um sie im "richtigen" Moment aufzugreifen und umzusetzen, wär mir ein Gräuel.

Wie muss man sich die Entstehen eines neuen Romans vorstellen? Wenn der vorgängige Roman in Korrektur ist und noch zwei oder dreimal durchgelesen und mit kleineren/grösseren Anpassungen versehen wird, dann habe ich in meinem Kopf wieder Platz genug, um mich um das Sachthema des nächsten Romans zu kümmern. Steht dieses fest, dann fällt mir in der Regel die Geschichte, die ich erzählen möchte, innerhalb weniger Minuten zumindest in groben Zügen ein und ich erstelle eine Kapitelübersicht mit Stichworten. Meistens beginne ich danach die Vorgeschichte zu schreiben, versuche mit ihr nichts anderes, als Atmosphäre für die eigentliche Geschichte zu schaffen. Als Nächstes beschäftige ich mich mit dem Essay über das Sachthema, schreibe eine erste Version, die meistens noch recht unvollständig ausfällt. Danach werden die Kapitel einzeln abgearbeitet, wobei sich aus dem Schreibfluss heraus viele Änderungen, Verschiebungen, Ergänzungen ergeben. Das Lied wächst im Gleichschritt mit dem Romantext, sie befruchten sich also wechselseitig. Wenn Roman und Lied fertig gestellt sind, folgen die Korrekturläufe, bis alle beide für mich stimmig sind.

Dann weisst du von Beginn an, wie die Romane enden? Nein, das wäre mehr als langweilig und für mich der falsche Weg. Selbst wenn ich zu Beginn eine Kapitelstruktur erstellt habe: wenn ich mich am Morgen in den Wagen setze und irgendwohin fahre und mit Schreiben beginne, so weiss ich bis zum Aufklappen des Laptops nur sehr selten, wie die Geschichte weitergehen wird. Ich lasse mich lieber vom Erzählfluss leiten und von spontanen Einfällen überraschen, schreibe eigentlich bloss nieder, was an Bildern in meinem Kopf in diesem Moment entsteht. Muss ein seltsam-komischer Anblick sein, all das Geschehen in den Romanen während des Schreibens von meinem Gesicht abzulesen.(lacht)

Wie viel schreibst du jeden Tag? Ich bin ein fauler Hund. Oder völlig unbegabt als Schreiberling. Denn ich geh von Montag bis Samstag in der Regel einmal bis zweimal ausser Haus zum Schreiben, also am Morgen und am Nachmittag, kehre jeweils nach gut zwei Stunden zurück, schreibe in einer solchen Sitzung jeweils vier bis zehn Seiten des Romans. Ich benötige also zwei bis drei Monate für die erste Fassung eines neuen Romans mit Essay. Danach folgt die Korrekturzeit, die sich über drei bis sechs Monate hinzieht, die langweiligste und anstrengendste Zeit im Jahr.

Deine Romane erscheinen nur als eBooks? Ich mag mir keinen Verlag suchen. Ein unbekannter Autor ende vierzig und mit Pseudonym hat angesichts von zehntausenden unentdeckten Talenten, allesamt eloquent, jünger, klug auftretend und hübsch, keine Chance auf Veröffentlichung. eBooks erlauben es mir zudem, den Preis für einen Roman auf tiefe 1,99 Euro/2.50 CHF festzusetzen. Davon erhalte ich als Autor je nach Verkaufsstelle zwischen 50 und 80 Cent, also etwa so viel, wie ich von einem gedruckten Taschenbuch vom Verlag allerhöchstens erhalte.

Und wo kann man deine Romane kaufen? Ich veröffentliche über neobooks.com. Sie versenden meine Abenteuer an alle gängigen eBook-Verkaufsstellen wie Amazon, Weltbild, exlibris, buch.ch.

Wie viele Romane sind noch geplant? Als ich mit dem Schreiben von langen Erzählungen begann, dachte ich nur an einen einzigen Roman. Doch später fand ich immer wieder Sachthemen, mit denen ich mich näher beschäftigen wollte. So wuchs mir Familie Lederer richtiggehend ans Herz. Kurzum. Meine Reise mit Jules und Alabima kann noch längere Zeit andauern. Ein Ende ist ich noch nicht in Sicht.

Schreiben Sie mir

Sie finden mich selbstverständlich nicht in La Tour-de-Peilz am Genfersee, denn dort wohnt Familie Lederer. Doch Sie können mir gerne eine Nachricht per Email zukommen lassen. Ich antworte Ihnen, so rasch es mir möglich ist.

La Tour-de-Peilz